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Autor Mitteilung
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 04:11 - 22.10.2003

NEUES VOM NEUMARKT

jeder erinnmert sich an den scheusslichen Bachmann Entwurf? Er ist überarbeitet worden. Es scheint nun ein aktzeptabler Neubau zu sein. Problem hierbei nur: Es ist ein KOpfbau, das heisst: er bestimmt somit eine wichtige Sichtachse. Die GHND hat die Rekonstruktion gefordert. Ich bin ebenso für die Rekonstruktion. Es fällt natürlich etwas schwer, jetzt die Reko zu fordern. Denn das Gebäude scheint tatsächlich sehr brauchbar zu sein:

(soweit man hier sehen kann; ich bin bei Modellen und Zeichungen immer sehr vorsichtig, meistens sieht es in Real dann sehr viel schlimmer aus. Gut, hier scheint es nicht schlecht):



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PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 04:34 - 22.10.2003

Dies hier war vorher geplant: Der gute Herr "Bachmann", der dadurch
quasi schon "Unwort des Jahres 2003" wurde.

[Link zum eingefügten Bild]

die Überarbeitung ist tatsächlich ein gewaltiger Forschritt - selbst Modernisten sind also lernfähig. Ich bin dennoch für die Reko.
Der jetzige moderne, schmucklose aber immerhin sich einfügende Entwurf von Prisco ist aktzeptabel. Man könnte froh sein, würde heute öfter so gebaut. Aber überwältigend schön ist er dennoch nicht. Er kommt einfach nicht gegen eine Reko an. Ich bin daher nach wie vor, an dieser herausragenden Stelle mit Leitfunktion auch für einen Leitbau, nämlich den von Andreas Hummel:


[Link zum eingefügten Bild]

Ihr müsst zugeben, das ist schon ein ganz anderes Kaliber, mehr als irgend ein Barockhaus: Das ist schon ein kleines Palais! Ja, der neue Entwurf von Prisco ist jetzt "brauchbar"; das ist wahr. Ich bin dennoch dafür, so viel Rekonstruktionen zu fordern wie nur möglich. Denn von denen, die wir fordern, bekommen wir eh nur die Hälfte....

---------------

Und das hier soll leider ausgeführt werden: Die gegenüberliegende Ecke, der gute Herr Wörner. Direkt gegenüber der Frauenkirche. Also wenn ich ein hässliches Bauwerk in eine Altstadt setzen wollte - dann würde ich das hier nehmen:


[Link zum eingefügten Bild]

Leider weigert sich Herr Prisco nach wie vor, von diesem Bauwerk Abstand zu nehmen, obwohl es gegen die Städtische Satzung für den Neumarkt verstösst. Am 6 November soll der Stadtrat Priscos Plan absegnen: Das heisst, er kann dann den Bauantrag stellen und - bauen. Wenn Wörner wirklich kommt, ist der Platz hin.
Wer immer noch nicht dagegen protestiert hat, tut es bitte spätestens jetzt. Priscos Website:

www.q-f.de

Ich kann nur hoffen, die GHND wird rechtlich dagegen vorgehen. Dies ist unsere EINZIGE Chance in Deutschland, eine komplette Altstadt wieder aufzubauen! Ich bin FÜR die Rekonstruktion von Hummel, und GEGEN den Wörner Glasbau.

Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 12:52 - 23.10.2003

Hier haben wir die Möglichkeit junge dresdner Kommunalpolitiker direkt zu überzeugen. Die sehr bürgerfreundliche Seite findet Ihr unter:
http://www.aufbruch-fuer-dresden.de

Also, los!
Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 18:57 - 28.10.2003

Wenn man bedenkt, wie erfolgreich die Bürgerlisten bei der Kommunalwahl in Brandenburg waren, zweistellige Ergebnisse waren da keine Ausnahme, und wie unbeliebt die Politiker in Dresden sind, müßte eine Bürgerliste bei der Kommunalwahl in Dresden am 13.6.2004 durchschlagenden Erfolg haben, zumal die Stadt eigentlich bürgerlich ist, man die CDU dort aber leider wirklich nicht mehr wählen kann (Neumarkt, Waldschlößchenbrücke, Wiener-Platz, Operette, Kulturpalast, Libeskind und die KITA-Problematik).

@Harmonica. Gründe eine Bürgerliste!
20-30 Leute müßten sich doch finden lassen. Außerdem ist der Job des Politikers zumindest für die 5 Jahre krisenfest und wird wirklich gut bezahlt. Und schon läßt sich das Stadtbild nach unseren Ideen beeinflussen. Gleichzeitig würde der eigentlich gute OB Roßberg aus seiner babylonischer Gefangenschaft von der CDU befreit!
@Peter. Verlagere doch Deinen Erstwohnsitz nach Dresden!
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 21:13 - 28.10.2003

@phil
hm...ich hatte mir das ernsthaft schon mal überlegt.. ich brauch sowieso nen neuen Job, und von Dresden hab ich allemal mehr Ahnung als diese Hampelmänner im Dresdner CDU-Stadtrat (die mindestens zur Hälfte vor 1989 bei einer ganz anderen Partei waren), die sich ihre peinliche Theatervorstellung namens "Unfähigkeit hat ein Gesicht" auch noch teuer bezahlen lassen.

Ich kann übrigens nicht verstehen, wieso die Dresdner so einen Haufen Gangster wählen konnten. Ich weiss,keine Stadt hat Geld - aber ich weiss ebenso ganz genau,dass ich selbst in dieser Wirtschaftslage noch was aus Dresden gemacht hätte. MEINE GÜTE! Ich hätte so viele Ideen gehabt, für die Stübelallee, für den Strassburger Platz, für den Pirnaischen Pl., für den Postplatz....; und um den Wiener Platz und vor allem diese grausame Fehlplanung namens "Altmarktgalerie" anders zu gestalten, gehört ja nun wirklich nicht mal ein besonderes Talent . Sogar Modernes wäre dabei gewesen (aber nicht unbedingt am Neumarkt), aber nein: in Deutschland musst du mittelmäßig sein, grau und einfallslos - alles andere ist nicht erwünscht.
Christopher
Novize

Beiträge: 31


 

Gesendet: 18:05 - 07.11.2003

Artikel grad gefunden.
In Die Welt:

Lob der Leere: Der Osten verteidigt seine Nachkriegsmoderne
von Dankwart Guratzsch

Auch in Architektur und Städtebau unterscheiden sich der Westen und der Osten Deutschlands durch "zwei Geschwindigkeiten". Während die Aufarbeitung der Moderne im Westen abgeschlossen scheint, hat sie im Osten gerade erst begonnen. Während Konzepte der "europäische Stadt" im Westen Furore machen, werden sie im Osten vorschnell als Wiederauflage neoklassizistischer Leitbilder (miss-)verstanden, wie sie die Stalin-Ära und der Nazismus hervorgebracht haben. Und während im Westen die Träume eines Le Corbusier oder Hilberseimer von der Auflösung herkömmlicher Stadtbilder ausgeträumt scheinen, haben sie unter den Bedingungen des Ostens noch immer etwas von ihrer Faszination der Offenheit und "Neuheit" bewahrt.


Ausgerechnet Dresden, das für sein historisches Gespür bekannt ist (und mancherorts dafür belächelt wird) wird unversehens zum Schauplatz dieses Ringens um die Anerkennung einer "eigenen" Tradition, die sich in die Biografien der Nachkriegsgenerationen eingeschrieben hat. Gleich an mehreren Orten soll durch "Interventionen" das narbenübersäte Antlitz der Stadt das Siegel eines Moderne-Begriffes aufgeprägt bekommen, der sich so nur für den Osten konstruieren lässt.


Unter den Demonstrationsobjekten sind die Modernisierung der Riegelbebauung am Neustädter Markt oder der Kulturpalast aus den sechziger Jahren, der gegen eine "historisierende" Ummantelung durch den Berliner Architekten Hans Kollhoff verteidigt wird. Auch die Prager Straße gehört dazu, ein Hochhausensemble der sechziger Jahre auf zugiger Kahlfläche, das nun plötzlich als gelungenste, verschwenderischste Platzschöpfung einer sich aus den Fesseln des Stalinismus befreienden Aufbruchgeneration erscheint und darum erhalten werden soll.


Es ist die Besiegelung einer Kehrtwende, die sich seit langem vollzieht. Im Schatten der populären Rehabilitation der "alten" Historie - der Rekonstruktion der Frauenkirche und der weitgehend am barocken Vorbild orientierten Wiederbebauung des Neumarkts - hat sich die Zementierung der Stein gewordenen "jungen" DDR-Historie auf breiter Front durchgesetzt.


Die nach der Wiedervereinigung so impulsiv wie instinktiv in Frage gestellten Entstellungen des Stadtbildes werden inzwischen stillschweigend akzeptiert. Kein einziges Bauwerk wurde abgerissen, fast alle sind inzwischen renoviert und damit für Jahrzehnte "gerettet". Soeben wurde das Rundkino, ein anspruchsloses Bauteil der Prager Straße, unter Denkmalschutz gestellt.


Als jetzt die Sächsische Akademie der Künste und das Dresdner Stadtplanungsamt ein Symposion zum Thema anberaumten, war der Saal im Blockhaus brechend voll - aber das Bekenntnis zur "DDR-Moderne" fiel durchaus zwiespältig aus. Keine einzige Stimme erhob sich, die kalte Glätte, das uniforme Raster, die egalitäre Typologie der Kuben gegen verhübschende Farbanstriche oder verfremdende Überformungen in Schutz zu nehmen - also jene Monumentalität und "Großartigkeit", in der vielleicht eine spätere Generation einmal das einzig Denkmalhafte dieser Bauten identifizieren mag. Was man festhalten will, ist nichts als die räumliche und architektonische Grunddisposition.


Einst war die Prager Straße die pulsierende Hauptschlagader Dresdens, heute überkommt den in Dresden geborenen Berliner Architekten und Erbauer des Kanzleramts Axel Schultes "Schüttelfrost in diesem Un-Raum." Von den Standeskollegen in Dresden wurde er ausgebuht. Reinhard Keller, Chef der Dresdner Wohnungsbaugesellschaft, rechnete vor, dass 20-45 Prozent der Wohnungen leerstehen. Nur allein die Instandsetzung des 240 Meter langen zwölfstöckigen Riegels mit 600 Wohnungen würde bis zu 25 Millionen Euro verschlingen. Nun steht die mit 100 Millionen Euro verschuldete Stadt vor der Quadratur des Kreises. Will sie das Monument gescheiterter Gesellschafts- und Städtebauutopien konservieren, kommt sie um Abstriche an anderen Aufgaben nicht herum.


Artikel erschienen am 7. Nov 2003




Mir fehlen die Worte!
Wollte man die Prager-Str. nicht auch mal vollständig rekonstruieren?

Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 18:11 - 07.11.2003

@Christopher

Nein, das stand niemals zur Diskussion!
Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 22:43 - 11.11.2003

Hey, Peter!

Jauchze und juble!

Terrassenufer 12 und 14 werden abgerissen. Die Schandflecke an der Carolabrücke existieren bald nicht mehr und die Brühlsche Terrasse kann ungestörter genossen werden!

@Harmonica: Was hast Du mir denn da von einer Sanierung erzählt?

Sächsische Zeitung vom 12.11.03

Und tschüss Platte
144 Wohnungen werden in Prohlis abgerissen, weitere folgen im nächsten Jahr
Von Bettina Klemm

Nach den Plattenbauten in der Gorbitzer „Kräutersiedlung“ werden jetzt an der Reicker Straße weitere 144 Wohnungen abgerissen. In den nächsten Jahren sollen in Dresden etwa 5 000 Wohnungen verschwinden.

Mit gemischten Gefühlen wird Jürgen Richter heute ab 14 Uhr zusehen, wie sich ein riesiger Abrissbagger in die Häuser an der Reicker Straße 120 bis 136 frisst. Fast 20 Jahre hat er in dem Haus mit der Nummer 132 gelebt. „Eigentlich gern“, sagt er rückblickend. Er hätte es lieber gesehen, wenn die Wohnungen saniert worden wären.

Hier wuchsen die Kinder auf, feierten die Mieter gemeinsam Fasching, Schlacht- und Sommerfeste, sogar eine Hochzeit. Allerdings war es auch laut, weil zwei Straßenbahnlinien am Haus vorbeirattern. Sonnenstrahlen fielen nur ganz früh am Morgen und kurz vor Sonnenuntergang in die Stuben. Deshalb ist Familie Richter vor wenigen Jahren auch ausgezogen.

Paradox: Als die Wohnungen Ende der 70er Jahre gebaut wurden, mussten dafür Bauernhäuser verschwinden. Nun soll auf der Fläche wieder Gras wachsen. „Bis zum Jahresende reißen wir 144 Wohnungen an der Reicker und der Prohliser Straße ab“, sagt Reiner Kuklinski, Chef der Südost Woba. Schon seit einem halben Jahr stehen die Häuser leer. Im November 2002 hat die Stadt Anträge auf Fördermittel zum Abriss von insgesamt 3 900 Wohnungen bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt – darunter auch für das Gebiet Reicker Straße. „Wir haben jetzt die Zusage erhalten, aber leider nur für die Hälfte der beantragten Mittel. Damit bleiben wir auf einem Teil der Kosten sitzen“, sagt Kuklinski. SAB-Sprecherin Beate Bartsch macht jedoch Mut: „Damit noch alles verbaut werden kann, wurde für 2003 nur die Hälfte der beantragten Mittel bewilligt. Der Rest folgt aber in den nächsten Jahren.“ Weil auch für leer stehende Wohnungen Steuerlasten und Unterhaltskosten anfallen, sieht die Woba ohnehin keine Alternative zum Abriss.

In Dresden stehen rund 40 000 Wohnungen leer. „Ein Teil davon ist ruinös. Aber selbst der marktfähige Anteil wird noch auf fast 25 000 geschätzt“, sagt Stadtentwicklungsbürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU). So werde seit langem über den Abriss diskutiert. Es sei aber mit den Wohnungseigentümern vereinbart worden, dass sie erst nach den Mietergesprächen an die Öffentlichkeit gehen.

Besiegelt ist bereits das Schicksal der Zehngeschosser Marschnerstraße 3 bis 13 unmittelbar am Straßburger Platz. Hier rollen derzeit häufig die Möbelwagen vor. Im nächsten Jahr sollen die 243 Wohnungen abgerissen werden. Der Gebäudekomplex Marschnerstraße 15 bis 27 wird hingegen saniert.

„Zu 85 Prozent steht auch das Terrassenufer 14 mit 216 Wohnungen leer. Wenn alle Mieter ausgezogen sind, wird es abgerissen“, informiert Feßenmayr. Auch das Hochhaus daneben soll weichen. Derzeit verhandle die Stadt mit dem Hoteleigentümer über den Zeitpunkt. Daneben könnte ein Hotel-Neubau entstehen. Feßenmayr: „Den entsprechenden Beschluss zum Bebauungsplan legen wir zu Beginn des neuen Jahres dem Stadtrat vor.“

Bis Juni 2004 sollen auch die acht Wohnungen Wilsdruffer Straße 12, unmittelbar am Neumarkt, verschwunden sein.
Harmonica
Mitglied

Beiträge: 117


 

Gesendet: 00:30 - 12.11.2003

@ Philipp

Ich habe nie etwas von einer Modernisierung behauptet! Mir ging es nur um das SZ-Hochhaus (Haus der Presse), welches gerade modernisiert wird.

Nichts desto trotz klingt das mit dem Abriss der Hochhäuser schon einmal sehr gut, nur glaube ich wirklich erst daran, wenn der Bagger anrollt. Und ob der Hotelbetreiber so einfach klein bei gibt?


Ich war letzten Sonntag auf dem Hausmannsturm und habe von da oben noch so einige Hochhäuser gesehen, die gleich mit verschwinden können: Grunaer Str., Zschertnitz und Johannstadt!
Harmonica
Mitglied

Beiträge: 117


 

Gesendet: 09:37 - 12.11.2003

Ich habe hier noch ein Bild vom Terrassenufer mit den abzureißenden Hochhäusern (eines ist von einem Baum verdeckt) im Hintergrund. Das Bild entstammt einer DDR-Postkarte - ich habe auf die Schnelle kein besseres gefunden.

[Link zum eingefügten Bild]

In der Mitte im Hintergrund stehen auch noch einige Kandidaten; die kann man von mir aus gleich mit einebnen (müssten die Hochhäuser am Käthe-Kollwitz-Ufer in Johannstadt sein). Nur wurden DIE erst nach der Wende saniert und die Chance eines Abrisses vertan. Naja, letztlich stören die Häuser am Terrassenufer viel mehr und es wird Zeit, dass die Abrissbirne kommt...

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