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 Forum Index —› Deutschland —› Dresden
 


Autor Mitteilung
Christian
Mitglied

Beiträge: 114


 

Gesendet: 13:11 - 21.07.2004

Harmonica, du hast völlig recht: auf dem Photo kann man zweifellos erkennen, dass es mehrere Modifikationen im Vergleich zu den letzten uns bekannten Renderings gab. Diese betreffen den Aufbau der Fassaden und deren Farbgestaltung (so ist das Haus am Hilton niedriger, als die anderen, was der historischen Situation nahe kommen würde). Und was natürlich noch wichtiger ist, ist das Schwinden der Staffelglasdächer. Fast schon könnte man an Ziegeldächer denken.

Ich gebe zu, dass ich diese Visualisierung nicht kenne, sie ist erfreulich. Sie muss demnach sehr alt oder sehr neu sein. Auf der Prisco ? Seite findet sich hierzu nichts. Und auch auf der Projektpräsentation Priscos vor gut einem Monat wurde an den alten Plänen festgehalten. Die Kritik war jedoch enorm und vielleicht aber nur vielleicht hat sie noch irgendetwas bewirkt. Ich halte dies jedoch kaum für vorstellbar!

Welche Probleme gibt es momentan bei Prisco? Warum verschiebt sich der Baubeginn?

Zum Vergleich:

[Link zum eingefügten Bild]

Quellen:
oben: www.q-f.info
unten: www.sz-online.de
Wissen.de
Novize

Beiträge: 47


 

Gesendet: 15:49 - 21.07.2004

Städtebauliche Problematik

Wenn ich mir die Probleme des Neumarktes betrachte, sind es die selben, die es in vielen anderen Städten zur Zeit des Wiederaufbaus auch gab. Es fehlt ein roter Faden, eine Grundphilosophie, wie eine Stadt in der Zukunft aussehen soll. Es sind ständig nur Kompromisslösungen und Kompromisse sind in der Regel Mittelmaß. Es fehlt ein Bekenntnis, wie gebaut werden soll. Historisch oder modern? Immer wird an Entwürfen herumgewerkelt, bis man sich auf das kleinste gemeinsame Übel einigen kann. Hier ein bisschen Glas für die Modernisten, für die `` ewig Gestrigen `` ein bisschen Sandstein und eine Rekonstruktion, damit auch die bedient wurden, aber ja nicht zuviel, um nicht als unmodern zu gelten. So entsteht ein Gemengelage aus faulen Kompromissen und ein Misch Masch aus durchschnittlicher Moderne und abgespeckter Reko. Für jeden irgendwie etwas aber irgendwie auch wieder nichts.
Ich denke, dass in diesem Forum gerade darüber einmal diskutiert werden sollte. Am Neumarkt kann man dieses deutsche Phänomen doch par Excellanze beobachten. Taschenbergpalais ja, aber schnell den Riegel daneben. Das gleiche am Coselpalais und auch beim Kulturpalast. Seit Jahren sucht die Sachsenbau einen Kompromiss. Historie ja, aber nicht zu viel, den Kulturpalast völlig umbauen, inklusive dem Abriss an Galerie und Schlossstraße, oder lässt man eine Ecke stehen, für die Nostalgiker. Wieder gibt es kein klares Bekenntnis für eine Richtung. Und wieder das gleiche Problem an der Wilsdruffer Straße. Teilabriss ja, aber der Rest wird schön saniert. Städtebaulich ein völliger Irrsinn. Zahlreiche Straßen laufen ins Leere oder bilden Sackgassen. Ganze Areale werden auf Jahrzehnte deplaziert wirken, einfach unvollständig. Wieder hatte man keinen mut sich für eine Richtung zu entscheiden. Meiner Meinung nach hätte man entweder das Platzgefüge komplett wiederhergestellt oder man hätte die Straßenführung sinnvoll an die Gegebenheiten angepasst.
Diese Planlosigkeit hat den deutschen Städten mehr geschadet als alles andere.
In Berlin haben wir das gleiche Ärgernis. Pariser Platz aber auch Leipziger Platz sollen sich an den alten Gebäuden orientieren, sie aber nicht kopieren ( kritische Rekonstruktion !!! ). Dies führt wieder einmal dazu, das keine Seiten zufrieden ist. Mir wäre ein komplett rekonstruierter Pariser Platz und ein erstklassig gestalteter moderner Leipziger Platz drei mal lieber gewesen als diese unsägliche Durchschnittsarchitektur.
Man scheint in Deutschland die Bedeutung der Ensemblewirkung nicht zu begreifen. Eine kleine, aber komplett rekonstruierte Altstadt ist mir allemal lieber als hier und da eine Reko und das auf das gesamte Stadtgebiet verteilt.
Am Leipziger Platz hätte man mit ein bisschen Mut und weniger Reglementierung sicher ein deutlich besseres Ergebnis erreichen können.
Das gleiche in Dresden. Warum nicht den Neumarkt komplett wiederherstellen und der modernen Architektur ohne Regeln in der Prager Straße eine Möglichkeit geben, sich zu beweisen. Aber man muß endlich einmal begreifen, dass dieses Gemenge mehr kaputt macht, als die moderne Architektur selbst, vor allem, wenn sie nur Durchschnitt ist.
Harmonica
Mitglied

Beiträge: 117


 

Gesendet: 18:30 - 21.07.2004

So, ich habe das Bild aus der Zeitung mal abgescannt damit man so die Veränderungen im Rendering besser sehen kann. Ein Glasdach scheint es zwar immer noch zu geben, jedoch fügt es sich harmonischer in das Gesamtgefüge ein:

[Link zum eingefügten Bild]

Zu der Finanzierungsproblematik hier mal die wichtigsten Fakten des Artikels:

- Prisco soll die Stadt ersucht haben, ihm 4 Mio. € vom Grundstückspreis zu erlassen andernfalls sei das Projekt nicht wirtschaftlich und müsse platzen
- über einen Preisnachlass kann nur der Stadtrat entscheiden, welcher sich aber wegen der Wahl erst konstituieren muss (Ende August)
- Baubürgermeister Feßenmayr will daher für nächsten Donnerstag eine Sondersitzung im Finanzausschuss einberufen

- für das Hotel de Saxe gibt es zwar einen Betreiber, aber keinen Endabnehmer, der das Haus kauft; laut Berndt Dietze sei man jedoch in "abschließenden Gesprächen" und hoffe im August mit dem Bauen zu beginnen
- die VVK verspricht im Oktober mit Bauen anzufangen
Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 18:36 - 21.07.2004

Sehr bedauerliche Entwicklung. Kann mir einer von den Dresdnern sagen, ob die alten Keller auf dem Prisco-Areal noch existieren?
Christian
Mitglied

Beiträge: 114


 

Gesendet: 00:19 - 22.07.2004

Nein, die Keller existieren nicht mehr.

Ferner habe ich recherchiert, was es mit der in der SZ aufgetauchten Visualisierung auf sich hat: es handelt sich um die Visualisierung des Prisco Siegerentwurfes für das Quartier 1, sie stammt von Anfang 2003 und inkludiert die Staffeldächer Wörners nicht! Ich habe das Bild auf meiner Festplatte im Rahmen einer Info der GHND wiedergefunden...Schade.

Das Bild verdeutlicht wie einfach die Mittel sein könnten, um eine Ensemblewirkung wie die oben beschriebene zu verwirklichen, but...
Rösch
Senior-Mitglied

Beiträge: 343


 

Gesendet: 15:42 - 22.07.2004

die bilder (oben) täuschen also darüber hinweg, wie es tatsächlich werden soll: glasstaffeln, bunkerarchitektur und die reduzierten fassaden zur töpfergasse etc. werden bleiben!!!

und dafür soll die stadt dresden die grundstückspreise - zugunsten herrn priscos - drücken? feßenmeyer scheint das projekt in dieser form persönlich besonders zu interessieren (siehe DNN)"Feßenmayr machte keinen Hehl daraus, dass ihm das Prisco-Projekt äußerst wichtig ist." warum wohl???

sollte prisco das projekt in dieser weise weiterhin umsetzen wollen, halte ich die senkunkung der grundstückspreise gegenüber der öffentlichkeit für besonders problematisch.

veränderungen an seinem projekt wäre dann erforderlich und anderen investoren am neumarkt müsste man ebenfalls einen preiserlass beim grundstückserwerb einräumen!

abgesehen von der diskussion halte ich es ebenfalls für wesentlich sinnvoller die grundstücke in kleinere parzellen aufzuteilen. damit könnten wesentlich mehr bauwillige angezogen werden. warum großinvestoren für den neumarkt so wichtig sind, dass darf man hinterfragen, wenn man jetzt von priscos "schwächeanfall" hört und den schleppenden fortgang der maßnahmen durch großinvestoren seit monaten verfolgt.
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 17:05 - 22.07.2004

@Harmonica

lass dich doch nicht von der SZ manipulieren! Die SZ ist das "Parteiorgan", daran hat sich wenig geändert. Und die sind auch keine Freunde des Neumarkts.

Dieses Bild aus der SZ stellt nicht das Priscoprojekt dar!!! Es ist ein Bild von der GHND vermutlich. Priso wird so nicht bauen! Er baut zwei primitive Betonkuben mit Glaskastendächern!

SO baut Herr Prisco:


http://www.neumarkt-dresden.de/image1/prisco-quartier1/hummel-visualisierung.jpg
larved
registriert

Beiträge: 15


 

Gesendet: 23:55 - 22.07.2004

Ist denn sicher, dass so gebaut wird oder sind eventuell weitere Planänderungen abzusehen? Ist denn in Dresden Protest gegen die Planungen zu spüren?

Mich macht der Entwurf mit dem schlichten und dazu noch grauen Bunker auch wütend. Dass man sowas genau gegenüber die Frauenkirche stellen will!! Ausgerechnet an einen Ort, der nicht aufgrund seiner "modernen" Architektur so gern von Touristen besucht wird.

Der Entwurf mit Glasdach auf dem von Harmonica geposteten Bild gefällt mir dagegen bedeutend besser.

Warum wird dieser nicht verwirklicht?

Aberzu Peter..
"lass dich doch nicht von der SZ manipulieren! Die SZ ist das "Parteiorgan", daran hat sich wenig geändert."

Willst Du damit unterstellen, dass absichtlich ein falsches Bild veröffentlicht wurde? Fänd ich etwas daneben.. Kann ja auch einfach nur ein Irrtum sein.

Ich verstehe auch nicht ganz, warum "Parteiorgan"? Welche Partei - SPD? Glaube aber auch nicht, dass das in der Architektur eine so große Rolle spielt..zumindest nicht in der heutigen.
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 00:26 - 23.07.2004

Also ich fänds schon toll wenn das Prisco-Projekt platzen würde... wenn Baywobau und VKK stehen werden alle sehen, wie gut Rekos sind und dass man sowas heute nicht mehr hinkriegt... und dann wollen plötzlich alle Rekos - weil Neubauten ja in diesem Fall keinen großen Vorteil bringen, hinter der Fassade wird eh alles modern sein.
PeterBerlin
Bronzenes Premium-Mitglied

Beiträge: 584


 

Gesendet: 04:12 - 23.07.2004

Willst Du damit unterstellen, dass absichtlich ein falsches Bild veröffentlicht wurde? Fänd ich etwas daneben.. Kann ja auch einfach nur ein Irrtum sein....Ich verstehe auch nicht ganz, warum "Parteiorgan"? Welche Partei - SPD? Glaube aber auch nicht, dass das in der Architektur eine so große Rolle spielt..zumindest nicht in der heutigen.

Das ist kein Irrtum. Lies mal Berichte der SZ und der DNN, wie sie über die GHND herziehen. Ab und zu schreiben Sie auch mal was halbwegs gutes oder neutrales, aber das ist die Ausnahme. Der Mainstream ist Reko-feindlich. Frag mal die GHND....


Parteiorgan = CDU! Und rate mal, wo viele von denen, die heute in der Dresdner CDU sind, vorher waren...die SPD wäre vermutlich nicht besser im Reko-Ergebnis, aber wohl weniger totalitär....aber lass uns hier biette nicht über Parteien streiten, der bis vor kurzem CDU-dominierte Dresdner Stadtrat ist einfach ein ganz übler Sumpf. Man hätte die Altstadt längst rekonstruieren können, die Politiker wollten es nicht.

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