Architectura Pro Homine - Forum für Klassische und Traditionelle Baukunst - www.aph-forum.de.vu

    

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Autor Mitteilung
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 13:27 - 05.10.2004

Dann sollen sie ihre "besten Beispiele für Plattenbauten" doch erhalten und so lange in ökonomischen Kriterien ("keine Vermietungsschwierigkeiten") denken, bis endgültig kein Hahn mehr nach Dresden kräht. Und was soll "Architektur-Kritiker" überhaupt für ein Beruf. Wenn diese ganzen ach so fortschrittlichen, jungen hippen pseudointellektuellen Profischwätzer, die Berlin in den letzten Jahren mit ihrem Blabla verpesten, sich jetzt auch noch über Dresden herfallen, dann gute Nacht Dresden!
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 14:30 - 05.10.2004

Ups: es muß natürlich heißen: "[...] für ein Beruf sein." und "hermachen" statt "herfallen".
Kommt davon, wenn man en colère schreibt
Aenos
registriert

Beiträge: 8


 

Gesendet: 18:07 - 05.10.2004

Lasst sie doch ihre DDR-, pardon, Kacke behalten. Bald kommt wieder der Winter und Dresden wird ein hässliches Loch. Es ist ja sehr schön, wieviel sich getan hat, aber die Stadt als ganzes kann man vergessen. Schade, dass in nächster Zukunft nichts Großes geplant ist. Hauptsache der Neumarkt wird anständig.

--
Aenos
Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 19:21 - 05.10.2004

Na ja, irgendwie muß man sich ja wirklich nicht wundern. Ich habe mal ein bißchen im Netz ein bißchen umgesehen. Von Herrn Kil - der laut Biographie in der DDR Architektur studiert hat und derzeit in einem netten Altbau am Prenzlauer Berg (stöhn, wo sonst!) wohnt - habe ich nur diverse Artikel und statements in Blättern wie "linksnet", "Jungle World" oder "taz" gefunden, in denen er sich für die Erhaltung der "DDR-Moderne", insbesondere von Palttenbauvierteln einsetzt. Stattdessen möchte er im Zuge der Stadtschrumpfung lieber Gründerzeit-Viertel abreißen lassen (also Viertel wie das, in dem er selbst lebt).
Und natürlich war er immer ein entschiedener Gegner jeglicher Rekonstruktion - aus politischen Gründen natürlich, weil Rekonstruktion ja so böse rückwärtsgewandt ist. Was erwartet man eigentlich, wenn man zu einer Podiumsdiskussion so einen übriggebliebenen Apparatschick einlädt?

Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, daß Herr Kil in der angeblich "linken" Berliner Szene (d.h. bei den ganzen zugezogenen hippen jungen Wessis aus Düsseldorf oder Stuttgart, die sich ihren Berlin-Aufenthalt von Papis Manager-Gehalt finanzieren lassen) sich offenbar höchster Beliebtheit erfreut. Aber die wohnen ja auch alle nicht in der Platte, sondern in Prenzlberg und Friedrichshain.

Tut mir leid, aber ich mußte das mal los werden.

tobse
registriert

Beiträge: 6


 

Gesendet: 21:12 - 05.10.2004

"Ich finde es einigermaßen merkwürdig, die sinkenden Einwohnerzahlen insbesondere der ostdeutschen Städte immer wieder als Argument gegen die Rekonstruktion kriegszerstörter Innenstädte anzuführen."

Lieber Herr Philon, ich habe den leisen Verdacht, daß ich mit Ihnen meine Zeit verschwende. Ich darf also nun zum dritten mal das Wort an Sie richten mit immer derselben Sache. Der Punkt ist leider, leider nicht die Rekonstruktion. Ich finde Rekonstruktionen auch toll, das ist sogar mein Beruf, und Sie werden leicht eine politische Mehrheit für Rekonstruktionen finden. Jedes Kind sagt Ihnen, daß es die Häuser in Loschwitz schöner findet als die in Gorbitz. Dazu braucht es übrigens auch nicht dieses Forum. Wenn es Ihr vorrangiges Ziel ist, hier ein Sammelbecken zu schaffen für Leute, die sagen: „Alte Häuser sind schön“, und die sich diese Kernaussage immer wieder gegenseitig bestätigen, ist das zwar ein netter Zeitvertreib, aber politisch völlig wirkungslos.

Der Punkt ist vielmehr der, daß es leider kein Geld zu verbauen gibt. Es gibt nur ein paar vereinzelte Interessenten, und denen kommt man dann weit entgegen. Meinetwegen zu weit. Damit ÜBERHAUPT gebaut wird. Da liegt der Hase im Pfeffer: Sie können „schöne Häuser“ fordern, soviel Sie wollen. Aber wenn 7 von 10 möglichen Investoren nicht bauen können oder wollen, ein weiterer eine akzeptable Rekonstruktion liefert und die Nr. 9 und 10 eine mißratene Projektentwickler-Schachtel bauen, dann müssen Sie doch auch mal darüber nachdenken, WARUM wir keine zweite Gründerzeit haben.

Wenn Sie gegen unsere ausufernde Automobilität sind, können Sie zwar auch sagen: „Leute, laßt Eure Autos stehen.“ Oder Sie können versuchen, den Großkonzernen das Leben schwer zu machen. Die Wirkung wird sich in Grenzen halten. Wenn Sie das Übel an der Wurzel packen wollen, kommen Sie um gründliche Analysen zum „Warum“ nicht herum, und Sie müssen letztendlich Alternativen bieten, die in unserem ökonomischen und kulturellen Kontext auch wirklich ZIEHEN. Und das ist bei weitem schwieriger als das bloße „Sich-Beklagen“, und noch dazu in einem Forum, das mit einer einzigen Stimme spricht.

Die Antwort auf die Frage, warum denn nicht ein wenig „schöner“ gebaut wird (was ja nicht zwangsläufig teurer wäre), kann ich Ihnen leider auch nicht liefern, aber ich weise noch mal auf die von mir bereits erwähnten ökonomischen und baukulturellen Zusammenhänge hin, die unser Baugeschehen zu fast 100% vorherbestimmen.

Sie und Ihre beschaulichen Schwarzweiß-Foto-Runden ... Von jungen Leuten wie Ihnen würde ich wirklich ein bißchen mehr politischen Dampf erwarten.

Aber statt dessen werfen Sie mir vor, Philon und Peter Berlin, ich sei gegen Rekonstruktionen. Ist ja auch einfacher, ein bißchen zu schimpfen, wenn Ihnen das Thema eigentlich zu kompliziert ist.
[b][/b]
Booni
Mitglied

Beiträge: 190


 

Gesendet: 21:48 - 05.10.2004

...in der Hinsicht kann ich dich (darf ich duzen?) wirklich verstehen.

Und ich finde wirklich, wir sollten mal in die Pötte kommen und uns mal an eine Vereinsgründung heranwagen.

Ob Reko oder einfach nur schöne Gebäude, wir müssen mal Dampf machen gegen die Diktatur der Glaskistenbauer!!

Lasst unsere Moderne an den Jugendstil anknüpfen und nicht an das Bauhaus und fordern, was unserer jungen Generation zusteht: Die Schönheit der deutschen Städte erleben wie es unsere Großeltern, Urgroßeltern usw. durften.
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 21:54 - 05.10.2004

"Der Punkt ist vielmehr der, daß es leider kein Geld zu verbauen gibt. Es gibt nur ein paar vereinzelte Interessenten, und denen kommt man dann weit entgegen. Meinetwegen zu weit. Damit ÜBERHAUPT gebaut wird. Da liegt der Hase im Pfeffer: Sie können „schöne Häuser“ fordern, soviel Sie wollen."

das mag im einzelfall stimmen. insgesamt ist es schlichter unsinn.
wir durften uns neulich einen nachmittag lang mit den architekten patzschkes in belrin unterhalten. sie dürften sie kennen.
sie scheinen oder wollen nicht zu wissen, welche steine man den leuten in den weg legt, die bauen wollen.
ein paar beispiele:
- eigentümer und architekten wollten bei der sanierung des tuteurhauses einen turmartigen eckaufsatz bauen. die stadt sagt sein, weil angeblich früher auf genau diesem gebäude keine kuppel war, obwohl die ganze gegend voller kuppeln war.
- am projekt hausvogteiplatz wollten eigentümer und architekten ein schmuckgiebel als mittelbetonung bauen. die stadt verbot es, sagte, sie können meinetwegen ein stockwerk höher bauen, aber bloß keine giebel.
- patzschkes hatten bauherren an der hand, um auf dem neubauviertel neben dem aa aufwendige traditionelle gebäude zu bauen. sie wurden von der stadt erst (nach allen "modernistischen" architekten) informiert, als die grundstücke weg waren.
ich könnte die liste verlängern, also kommen sie mir micht mit so was wie oben.


"und noch dazu in einem Forum, das mit einer einzigen Stimme spricht."

soll einigkeit plötzlich ein makel sein?

Philon
Stammgast

Beiträge: 90


 

Gesendet: 23:01 - 05.10.2004

Lieber tobse,

ich habe, soweit ich das sehe, heute morgen meinen ersten Beitrag in diesem thread geschrieben. Falls mir entgangen sein sollte, daß Ihre bisherigen Beiträge an mich gerichtet waren, bitte ich zu entschuldigen, daß ich darauf bis heute nicht reagiert habe.

Aber mal im Ernst: ich beklage den Punkt, den Sie zurecht kritisieren, ja auch seit einiger Zeit. Gleichwohl kommen mir Ihre (oder deine, falls wir uns duzen können) Ausführungen ein wenig zu harsch vor.
Schließlich hat ein solches Forum eben auch die Aufgabe der Selbstverständigung über Ziele, Beweggründe und theoretische Fragen. Diesen Punkt darf man nicht unterschätzen.

Dennoch finde auch ich es unbefriedigend, immer nur in einem Forum hin und her zu diskutieren, was einem nun gefällt und was nicht oder anhand von Zeitungsartikeln zu debattieren, was sich gerade in der Welt da draußen abspielt.
Ein kluger Mensch aus Trier hat immerhin mal gesagt, es komme nicht darauf an, die Welt zu interpretieren, sondern sie zu verändern.

Aus den genannten Gründen - weil ich es eben auch zu wenig finde, immer nur zu debattieren - habe ich den thread über die Gründung eines Forums-Vereins eröffnet, in dem mehrere Forumsteilnehmer bereits einige hervorragende Vorschläge gemacht haben. Viel mehr als in einem solchen Verein aktiv zu werden, kann ich leider nicht machen. Denn selbst als Bauherr und Investor tätig werden, ist mir leider aus finanziellen Gründen (noch) nicht möglich. Ich finde es jedenfalls einigermaßen merkwürdig, daß Sie ausgerechnet mir vorwerfen, ich würde mich "immer nur beklagen" und nichts tun.

Daß auf meine Initiative bisher nur eine handvoll Teilnehmer reagiert haben, ist zwar schade, ich kann aber auch diejenigen verstehen, die sich, anders als Sie aus beruflichen Gründen nicht Vollzeit diesem Thema widmen können (das gilt übrigens für mich auch). Nichtsdestoweniger werde ich diese Initiative weiterverfolgen.

Übrigens ist mir durchaus nicht entgangen, daß Sie (oder du?), sich nicht gegen Rekonstruktionen ausgesprochen haben. Ich wollte nur einen groben Klotz auf einen groben Keil setzen Wer so einen provokativen Stil pflegt, muß halt auch mal mit einer entsprechenden Antwort rechnen. In der Sache stehe ich zu meiner Erwiderung auf Ihr/dein Bedenken.

Und noch ein weiterer Punkt: seit ich vor 3-4 Monaten dieses Forum entdeckt habe, habe ich einige theoretisch sehr gehaltvolle Debatten hier erlebt, die sich durchaus nicht auf ein simples "alte Häuser sind schöner" reduzieren lassen. Freilich tut es gelegentlich auch gut, wie in obigem Beitrag einfach mal Luft abzulassen...das sollte man aber so ernst nicht nehmen

Ich kann mich auch nicht erinnern, Sie/dich jemals gefragt zu haben, "warum nicht ein wenig schöner gebaut wird". Ich habe vielmehr in anderen threads bereits ausgeführt, daß es mir nicht in erster Linie aus ästhetischen Gründen um Rekonstruktion geht, daß mich das sogenannte "traditionelle Bauen" à la Léon Krier bislang nicht gerade überzeugt und daß meine Überlegungen sich gerade nicht um die Kategorie der "Schönheit" drehen. Aber das ist eine andere Geschichte, die in einem anderen thread nachzulesen ist.

Herzliche Grüße

Philon
Jürgen
Senior-Mitglied

Beiträge: 370


 

Gesendet: 07:29 - 06.10.2004

@tobse

"...ich habe den leisen Verdacht, daß ich mit Ihnen meine Zeit verschwende. Ich darf also nun zum dritten mal das Wort..:"

...jetzt werden Sie mir aber langsam ein wenig zu persönlich, lieber Herr Denkmalpfleger...

Sie arbeiten doch anscheinend seit 25 Jahren in der Denkmalpflege, dann sagen Sie mir doch mal, was die Denkmalpflege hier und heute im Jahr 2004 für Position hat?

Tut mir leid, aber die Denkmalpflege ist für mich ein zahnloser Tiger...

Sie legen hier einen oberlehrerhaften Ton an den Tag, fordern von uns Lösungen, die Sie doch in Ihrer Praxis schon längst hätten suchen können!

Nur um es nochmal zu verdeutlichen:

Die s/w-Photos im Forum dienen uns hier der SPURENSUCHE; wir sind hier alle im Alter grob geschätzt von 20 bis 35, kommen aus sämtlichen Fachrichtungen und wissen z.T. noch überhaupt nicht in der ganzen Dimension, was alles durch Krieg oder Stadtplanung verlorenging in den letzten 60 Jahren.

Verstehen Sie, wir sind hier am Sammeln von Information! Das ist ein Austausch unter Gleichgesinnten, keine "Arbeitsgruppe Denkmalpflege", die Lösungen erarbeiten muss!

Pardon, aber ich finde es höchst seltsam, das Sie uns hier als Forum (oder Einzelindividuen) angreifen.

Heben Sie sich doch Ihre Energie für die Stadräte und Kommunalpolitiker auf. Da bringt es doch etwas!

Christian
Mitglied

Beiträge: 114


 

Gesendet: 16:34 - 06.10.2004

Nun regt euch mal allesamt ein wenig ab. Ich habe seit Tobses erstem Beitrag nicht verstanden, weshalb sich gerade Peter so derart aufgeregt hat und sich in Folge dessen eine Streitkultur einer dermaßen engstirnigen Polarisierung entwickelt hat. Ferner muss ich Jürgen einfach nur zustimmen: es kann einfach nicht sein, dass hier irgendjemand im Forum seiner Meinungen und Auffassungen wegen angegriffen wird. Und das trifft auch auf Peter und Tobse zu. Es muss doch einfach möglich sein sich auch bei verschiedenartigen Meinungen dialogfähig zu zeigen und auch auf angemessene Weise streiten zu können, falls nötig. Lest euch die Beiträge einfach durch und vermutet nicht gleich bei dem ersten ?vielleicht könnte man es auch mal anders sehen? die Scheuklappen aufzusetzen. Ich finde diese Entwicklung über die letzten Wochen sehr bedauernswert.

@ Tobse
Über die Schwarz-Weiß-Runden beschaulicher Art lächle ich jetzt einfach mal hinweg und schließe mich erneut Jürgen an. So sehr ich dir auch zustimme, was den politischen Dampf betrifft, so muss ich leider auch darauf hinweisen, dass ernsthafte Überlegungen (trotz 25jähriger Erfahrung) diesbezüglich auch von dir nicht gekommen sind. Dies wäre doch ein Anfang für eine friedfertige Kooperation. Aber bitte nicht im Dresden-Tread.

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