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 Forum Index —› Deutschland —› Dresden
 


Autor Mitteilung
Ben
Goldenes Premium-Mitglied

Beiträge: 1337


 

Gesendet: 22:59 - 02.02.2004

Und was soll man mit einer kleinen Kapelle und 5 Pfeilern, wenn dass markanteste, nähmlich - wie bei den meisten Kirchen - die Türme fehlen...
Oliver
Senior-Mitglied

Beiträge: 491


 

Gesendet: 23:02 - 02.02.2004

Hallo Jürgen,
ja die Neustadt habe ich mir auch
angesehen. Aber die Allee direkt in
der Verlängerung des Reiterstandbildes
von August d. Starken ist aber auch
gewaltig daneben gegangen. Nur ganz
wenige Häuser zeigen noch den alten
Glanz Dresdens. Aber immerhin.
So verhunzt wie der Südteil ist der
Nordteil Dresdens nicht.
Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 23:09 - 02.02.2004

Man stellt ein paar Innenstücke aus!
Das ist wie mit einem Toten. Man gedenkt der toten Kirche!

Wer sich bei der Dame beschweren will, bitte:

http://www.schilke-archiv.de/sophienk/aasoph.htm


Hier ein Bild vom rekonstruierten Nossenialtar aus der Sophienkirche. Dieser steht heute in der Loschwitzer Kirche in Dresden. Mark und Jürgen erinnern sich.

[Link zum eingefügten Bild]
Wissen.de
Novize

Beiträge: 47


 

Gesendet: 23:28 - 02.02.2004

Klar habe ich schon etwas vom Riegel gehört, wußte nur nicht mehr genau, wie weit er auf das Grundstück der Kirche ragte.
Philipp
Mitglied

Beiträge: 168


 

Gesendet: 10:58 - 11.02.2004

Mal wieder nur schlechte Nachrichten aus Dresden:

DNN vom 11.2.04

Bricht "Friends of Dresden" auseinander?

Es war ein leicht zu überlesender Nachsatz in Günter Blobels Brief vom vergangenen Sonnabend. Aber ein explosiver. "Und der Einsatz der ,Friends of Dresden' für Dresden, wird aufhören", heißt es dort nach der Ankündigung des Nobelpreisträgers, er möchte sich aus Dresden zurückziehen, so die Waldschlößchenbrücke gebaut würde.

Vielleicht ist die Bemerkung deshalb so leicht zu überlesen, weil man Blobel und "Friends of Dresden" immer zusammen gedacht hat. Er hat die US-amerikanische Fördergesellschaft 1995 gegründet. Er war es, der Persönlichkeiten wie Henry Kissinger, David Rockefeller, wie Henry Arnhold und die Guggenheim-Nachkommin Iris Love für die Friends gewonnen hat. Keiner der weltweiten Fördervereine für die Frauenkirche kann mit so viel Prominenz aufwarten wie der amerikanische. Ohne Blobel wäre das nicht so.


Aber so wie er mit seiner Begeisterung für Dresden immer weiter gegangen ist als viele andere, so geht er jetzt auch mit seiner Konsequenz weiter - und er geht allein weiter. "Davon weiß ich nichts", sagte gestern Frank Wobst in Florida, von DNN nach der Blobel-Ankündigung befragt, "Friends of Dresden" wollten ihr Engagement für Dresden beenden. Wobst ist nach dem Präsidenten Blobel der zweite Mann bei den "Friends of Dresden" und für die Finanzen zuständig. Der gebürtige Dresdner ist Gründungsmitglied der "Friends" und hat die Städtepartnerschaft Dresden-Columbus auf den Weg gebracht. Ein Brückenbau wird ihn nicht davon abhalten, sich weiter für Dresden zu engagieren, sagt er. Ganz im Gegenteil, in der Städtepartnerschaft will er noch mehr tun als bisher. Auch Friends-Mitglied Henry Landsberger war nicht informiert über eine mögliche neue Strategie der Förderorganisation. Und auch der aus Dresden stammende emeritierte Soziologie-Professor aus Chapel Hill will sich weiter für Dresden einsetzen.


Auf die DNN-Frage, ob geplant sei, "Friends of Dresden" aufzulösen, wenn die Waldschlößchenbrücke gebaut werde, antwortete Günter Blobel: "Nein, Friends of Dresden wird nicht aufgelöst, aber meine persönlichen Ziele werden sich auf andere Dinge richten." Was vermuten lässt, er wolle sich gegebenenfalls als Präsident des Vereins zurückziehen. Was dann daraus wird, weiß man nicht. Denn ohne Blobel scheinen die "Friends" nicht vorstellbar. Auch nicht ohne Sätze wie diesen, den der Wissenschaftler bei einem Lunch des Vereins in New York mit der ihm eigenen Vehemenz über Dresden gesagt hatte: "Eine großartige Stadt mit einer großartigen Geschichte und einer großartigen Frauenkirche...". Und nicht nur er glaubt, dass die Großartigkeit der Stadt Schaden nähme, falls die Waldschlößchenbrücke kommt. Aber wenige würden, auch wenn sie es könnten, Mittel wie Blobel einsetzen, um das zu verhindern. Vielleicht ist das schade. "Eine ärgerliche Meinungsäußerung von Herrn Blobel sollte in der Demokratie etwas Normales sein", stellten sich gestern die Dresdner Grünen auf die Seite des Kritikers.


Man mag es Erpressung nennen, was Blobel tut. Man kann es aber auch als ein letztes verzweifeltes Anrennen gegen Ignoranz verstehen, die Ignoranz, eine Tunnel-Alternative statt der Brücke nicht konsequent geprüft zu haben. Und vielleicht sieht er, der in der gnadenlosen Urbanität vonNew York lebt, ja auch besser, was Dresden zu verlieren hat.


Mit den "Friends of Dresden" verlöre die Stadt nicht nur Spenden, sondern vor allem ein Symbol der deutsch-amerikanischen Freundschaft, wie es in diesen Zeiten nicht viele gibt. Und mit dem Engagement von Günter Blobel, dem man Einmischung vorwerfen kann, aber nie Gleichgültigkeit, einen Enthusiasten, wie man wenige findet. Er hoffe auch, dass die schlimmsten Konsequenzen noch vermieden werden können, teilte er den DNN mit. Und: "Ich hoffe, dass Dresden das Elbflorenz bleibt und nicht ein Autodrom wird."

Für alle Auswärtigen. Die Waldschlösschenbrücke würde die Elbe an ihrer stadtbreitesten Stelle überspannen. Der Blick über die in der Stadt unbetonierten - einmalig in Europa - Elbhänge würde auf das empfindlichste gestört. Der Weichraum Dresden aufhören zu existieren! Noch dazu wären die drei Elbschlösser gleich nebenan!


http://www.arsolution.de/bruecke/2k1g3.jpg


http://www.elbwiesen-erhalten.de



Sächsische Zeitung vom 11.2.04


„Bis 2008 steht unser Hotel auf jeden Fall“
Kein Starttermin für den Abriss der beiden Hochhäuser am Terrassenufer in Sicht
Von Bettina Klemm

Zwei Hochhäuser am Terrassenufer versperren den Blick auf die Elbhänge. So war deren Abriss schon kurz nach der Wende erklärtes Ziel von Stadtplanern und Denkmalschützern. Spätestens bis zur 800-Jahrfeier 2006 sollen sie weg sein, verkündete Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) vor zwei Jahren in seiner Neujahrsrede. Eigentlich sollte in diesem Jahr die Abrissbirne zum Einsatz kommen. Eigentlich.

Das Haus mit der Nummer 12 hatte Investor Ernst Trapp aus Wesel Anfang der 90er Jahre von der Treuhand gekauft und saniert. 1994 eröffnete er das einstige Wohnheim als Vier-Sterne-Hotel. Zuvor hatte ihm die Stadt einen zehnjährigen Bestandsschutz zugesichert. Der Vertrag könne fünf Jahre verlängert werden, wenn sich die Investitionssumme von 17,5 Millionen Euro noch nicht gerechnet habe. „Bis 2008 steht unser Haus auf jeden Fall“, sagt Sohn Max Trapp auf SZ-Anfrage. Es wäre unlogisch, ein gut laufendes Hotel mit 40 Beschäftigten einfach abzureißen. Allerdings könne man über alles reden, das sei dann eine Frage des Geldes.

Hochwasserkonzept fehlt

Trapp führe aber mit der Stadt Gespräche über eine mögliche Entwicklung der Nachbargrundstücke. Voraussetzung dafür ist jedoch ein gültiger Bebauungsplan. Im Juni 2001 hatte das Dresdner Büro Rohdecan Architekten den ersten Preis bei einem Wettbewerb für das Areal gewonnen. Es sieht unter anderem den Bau eines Museums vor. Auf der Grundlage soll der Plan entstehen. „Wir müssen jetzt aber erst das Hochwasserkonzept für die Elbe abwarten, bevor der Bebauungsplan zum Beschluss vorgelegt werden kann“, sagt Stadtentwicklungsbürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU). Möglicherweise werde zusätzliche Überschwemmungsflächen benötigt, dann müsse der gesamte Plan überarbeitet werden.

Auch die Zukunft des zweiten Hauses Terrassenufer 14 steht in den Sternen. Dabei ist es schon fast leer. Die Woba Dresden hat im Auftrag der Stadt dafür gesorgt, dass die meisten Mieter umgezogen sind. Einige sollen beträchtliche Abfindungen erhalten haben. „Von 216 Wohnungen sind nur noch neun belegt“, sagt Woba-Sprecher Bernd Felgentreff.

Für den Abriss gibt es eine Förderung von 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Stadt hat entsprechende Anträge bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt. „Aber wir haben bisher nur sehr wenig Fördermittel für den Rückbau erhalten. Deshalb müssen wir Prioritäten setzen. Für die Hochhäuser reicht das Geld nicht aus, wenigstens vorerst nicht“, sagt Feßenmayr.

Leeres Haus vergammelt

Derweil gammelt das Wohnhaus vor sich hin. In diesem Jahr hat es hier bereits schon zweimal gebrannt. Alte Möbel und Lumpen waren angezündet worden. „Wir haben mit dem Vandalismus zu kämpfen“, bestätigt Felgentreff.

Inzwischen kursieren schon wieder neue Vorschläge in der Stadt: Das Wohnhaus sollte zum Verkauf ausgeschrieben werden. Saniert mit großzügigen Fenstern wäre es ideal für kleine Appartements.


[Link zum eingefügten Bild]

Quelle:http://www.sz-online.de
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 15:05 - 11.02.2004

nicht diskutieren, sprengen!
Olivier
Novize

Beiträge: 39


 

Gesendet: 17:42 - 11.02.2004

Genau, diskutieren heisst Zeit verschwnden, Renovation heisst Geld verschwenden, dass für Rekos in Dresden dringend benötigt wird!

Harmonica
Mitglied

Beiträge: 117


 

Gesendet: 18:59 - 11.02.2004

Alle schlechten Dinge sind drei. Neben dem Artikel zu den Hochhäusern stand in der SZ heute noch folgender Beitrag:


Schlechte Karten fürs Hotel de Saxe

Der Notartermin ist gestern geplatzt und der Bau des Hotel de Saxe wieder ungewiss. Mit knapper Mehrheit hatte der Stadtrat am 29.1. einem Preisnachlass für das Grundstück zugestimmt. Dabei geht es um rund eine halbe Million Euro. Doch nur wenige Tage nach dem Beschluss hat das Rathaus der Firma Baywobau, die das Hotel errichten will, einen völlig anderen Vorschlag unterbreitet: Danach soll der Kaufpreis nur gestundet werden, und die Stadt kassiert in den Folgejahren Anteile am möglichen Gewinn. Damit ist offensichtlich bei der Baywobau die Schmerzgrenze überschritten. Obwohl sie schon über drei Millionen Euro investiert hat, droht sie jetzt mit einem endgültigen Aus. Wie kritisch die Finanzierung von Hotels ist, hatte berndt Dietze, Chef der Baywobau Dresden, am Montagabend im Presseclub geschildert.



Wieder einmal ein Beweis für einen unfähigen Stadtrat. Es kotzt mich langsam an - sorry! Was hier in Dresden schon alles vergeigt wurde...
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 03:47 - 12.02.2004

was mich mindestens genauso ankotzt sind vaterlandslose gesellen, die einen billigen gewinn über das wohl einer heimatstadt setzen.
Antiquitus
Moderator

Beiträge: 943


 

Gesendet: 17:01 - 16.02.2004

"Lasst uns ein Lust-Hauß bauen!"
Warum es Sachsens Prominenz auf die Lößnitzer Weinberge zieht - Radebeuler Villen werden knapp

Dresden - August den Starken soll es nur viermal in die Weinberge der Lößnitz verschlagen haben, doch "Ihro Königl. Majestät" - so notierte der Chronist - habe die Situation auf Anhieb "so wohl gefallen, daß sie resolviret, auf gedachter Platte ein Lust-Hauß zu bauen." Und wie es des Sachsenherrschers Sinnesart erheischte, durfte den Entwurf kein Geringerer fertigen, als der Landbaumeister Pöppelmann - derselbe, der ihm in Dresden bereits den Zwinger errichtet hatte.

Die kleine Geschichte, datiert auf den 8. November 1715, "vormittags zwischen 9 und 10 Uhr", belegt auf anschauliche Weise, wie sich schon zu jener Zeit die Blicke des Hofes auf die malerisch gelagerten Rebhänge im Westen wandten, und tatsächlich ist es bald darauf Augusts höchster Beamter, Kabinettsminister August Christoph Graf von Wackerbarth, gewesen, der den südlich anmutenden Landstrich erwählte, um sich dort einen Pensionärssitz - das heute noch berühmte Schloss "Wackerbarths Ruhe" - zu errichten.

Inzwischen hat er unzählige Nachahmer gefunden - und das Frappierendste daran: Trotz Industrialisierung, trotz Vernachlässigung in DDR-Zeiten hat sich daran bis heute nichts geändert. Die Villenvororte an den Elbhängen zwischen Dresden und Meißen, die sich bis 1934 unter dem Namen "Radebeul" zu einer selbstständigen, jeden Eingemeindungsversuch durch die Hauptstadt abwehrenden Stadt zusammengeschlossen haben, sind zum bevorzugten Wohngebiet des Dresdner "Establishments" geworden. "Wer im Freistaat ganz nach oben will, muss sich beeilen. Der Raum an der Spitze wird langsam knapp, zumindest was Sachsens begehrteste Wohnlage auf den Radebeuler Weinbergen betrifft, " vermeldete erst jüngst die Sächsische Zeitung, und zitierte den Radebeuler Immobilien-Profi Frank Hertzschuch: "In dieser exklusiven Lage kommen kaum noch attraktive Gebäude auf den Markt."

Das hat auch etwas mit dem lieblosen Management der einst bevorzugtesten Wohnlagen in Dresden selbst zu tun. Die Prachtvillen an der Bautzner und Radeberger Straße in der Dresdner Neustadt, errichtet von herausragenden Architekten der Semper-Nachfolge und von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont, stehen teilweise leer und sehen wegen eines umstrittenen Brückenprojekts einem ungewissen Schicksal entgegen. Ähnliches gilt für die Restbestände alter 1a-Wohnlagen rings um den Großen Garten. Nur die Loschwitzer Elbhänge im Osten der Stadt scheinen fürs erste gesichert.

Umso unwiderstehlicher zieht es Sachsens Prominenz auf die Radebeuler Weinberge, auch wenn die Baukunst, die Dresden einst berühmt gemacht hat, dort nur vereinzelt Spitzenprodukte hervorgebracht hat. Denn der landschaftliche Liebreiz ist trotz zahlloser Bausünden auch aus der Nachwendezeit erhalten geblieben und verleiht den Ortsteilen von Kötzschenbroda bis Zitzschewig, von Fürstenhain bis Wahnsdorf ein Flair der Beschaulichkeit und Abgehobenheit. Daran haben auch spezielle Baugesetze einen Anteil, die im 20. Jahrhundert einst hier tätige Bauunternehmer darauf verpflichtet haben, beim Bau ihrer Landhäuser "im Schweizer Stil ... Wert auf geschmackvollen architektonischen Stil zu legen, damit der allgemeine Eindruck ein wohlgefälliger sei und dem Villencharakter entspreche".

Gäbe es sie heute noch! Denn Reichtum schützt nicht vor Unbildung und schlechtem Geschmack. So beklagt der Kunsthistoriker Volker Helas: "Einige Neubauten lassen wenig Sensibilität bei der Einfügung in ihre bauliche Umgebung erkennen. Häufig wurden alte Wohnhäuser im Interesse maximaler Raumausnutzung in einer Weise verändert, die einer Entstellung gleichkam." So steckt im Run auf die Radebeuler Weinberge auch eine Gefahr. Kann sie abgewendet werden? gur.


Artikel erschienen am 16. Feb 2004 i.d. WELT

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