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Autor Mitteilung
Schoesler
Mitglied

Beiträge: 102


 

Gesendet: 14:24 - 17.08.2004

Aha. Schade, dass es dort keine Geschäfte gibt, aber wenigstens sind die Bauten nicht sehr schlimm. Hast du Bilder davon?

Es ist eigentlich ärgerlich, dass die DDR direkt an der Altstadt (Wallstr./Postplatz/Pirn.Platz) nur Platten gebaut hat. Hätte man wenigstens die Zeilenbeuten errichtet würde es schon besser aussehen...

Gibt es solche Gebäude auch in der Johannstadt? - an der Nordseite der Gruner Strasse stehen auch Bauten mit Ziegeldächer (wieder auf ausderluft.de).

Claus
Harmonica
Mitglied

Beiträge: 117


 

Gesendet: 15:23 - 17.08.2004

Naja, sooo viele Plattenbauten gibt es in der Innenstadt eigentlich gar nicht: Wallstraße, Prager Straße und nord-westl. Pirnaischer Platz. Selbst an der Reitbahnstr. (quasi die verlängerte Wallstraße zum Bahnhof zu) stehen diese 4 oder 5 Geschosser mit vernünftigem Dach und, wie ich denke, Ziegelbauweise. Die Häuser dort haben sogar Geschäfte unten drin. Wirklich störend in der Innenstadt sind eigentlich nur der Plattenriegel Wallstraße, Prager Str. und die Hochhäuser am Pirnaischen Platz bzw. Grunaer Straße.

In der Johannstadt allerdings gibt es in einem Gebiet Striesener Str. - Fetscherstr.- Pfotenhauer Str und Güntzstraße nur Plattenbauten. Striesener Str. Richtung Grunaer bzw. Großer Garten gibt es wieder diese 4 oder 5 Geschosser mit Ziegeldach. Als relativ gut erhaltenes Gebiet ist der Bereich Pfotenhauer Str. bis zur Elbe anzusehen. Hier gibt es noch Altbausubstanz und sogar einige sich gut einfügende 90er Jahre-Neubauten.
Schoesler
Mitglied

Beiträge: 102


 

Gesendet: 16:12 - 17.08.2004

Die DDR hat eigentlich ziemlich viel in den 50er Jahren in Dresden gebaut... Wie alt sind diese Bauten? Späte 50er? Schade, dass man mit den Platten dann angefangen hat. Gibt es nicht Plattenbauten an der Peterburger und Freiberger Strasse? Könntest du eventuell Bilder der Zeilenbauten posten?

Claus
Roy Batty
Mitglied

Beiträge: 133


 

Gesendet: 16:24 - 17.08.2004

Späte 50'er; markieren den Übergang von der Nationalen Tradition hin zum industriellen Bauen.
Das Ornamentfeuer am Altmarkt 1953-56 übrigens wurde von Ulbricht und Henselman(!) angeregt, nachdem die Neubauten an der Grunaer Straße 1952 allzu nüchtern gerieten. Von etwa 1953-55 war die Hochphase der handwerklich beeinflußten "Nationalen Tradition", die sich in Dresden mehr als in anderen Städten der DDR tatsächlich stadtverschönernd auswirkte - zumindest wird die Meinung sehr oft geäußert, die Altamrktgebäude seien das Schönste, was die DDR-Architektur in Dresden hervorgebracht hat.

Übrigens kann man sehr viel wissenswertes über die Entstehungsgeschichte der "sozialistischen Großstadt" Dresden hier nachlesen, mitsamt Bildern und Chronologie:

www.das-neue-dresden.de

Sporthaus, Borsbergstraße und die Wohnriegel der Wilsdruffer(damals Ernst-Thälmann-Straße)markieren den Übergang zur Misere. Das Jahr 1959 war der wendepunkt, im gesamten DDR-Bauwesen. Danach war die "nationale Bautradition" und ihr Anliegen nahezu keinen Pfifferling mehr wert.

Schoesler
Mitglied

Beiträge: 102


 

Gesendet: 16:37 - 17.08.2004

Danke Roy,
findest du die Wohnbauten an der Wilsdruffer so schlecht? Nach der Sanierung sehen sie doch ganz hübsch aus (auf der Neumarkt-seite gibt es ein Paar Photos davon). Leider sind sie zu Gross...

C
Roy Batty
Mitglied

Beiträge: 133


 

Gesendet: 16:49 - 17.08.2004

...und zu lang! Ich rede jetzt nicht von den richtigen Arbeiterpalästen auf der Südseite, die finde ich äußerst gelungen...ich rede von denen der Nordseite!

Übrigens fand ich sie vor der sanierung "irgendwie" noch erträglich, w.g. der schönen dunklen Farbe, die an dresden-typsiche Patina erinnert. Die des Riegels vor Advanta weniger, die war zu greu und der Block allzulang. Aber die Wohnbauten, welche zwischen Wilsdruffer und neumarkt stehen...nun ja. Natürlich sind sie zu eckig, nüchtern und vor allem: das Dach zu flach. Aber den Anstrich bzw. Plattenaufsatz in dunklem Sand-Ocker fand ich gut(hätte man ein/zwei Geschosse wegmachen und das dach auf 55-60° erhöhen müssen...mit der Rezeptur hätte man gern bauen können)....damit ist der einige Reiz an den Dingern wech. Jetzt wirkts erst richtig kalt und unbehaglich.
Schoesler
Mitglied

Beiträge: 102


 

Gesendet: 16:55 - 17.08.2004

Hättest du zufällig Bilder der Wohnriegel aus dem 50er (östlich und westlich der Prager?)

Wie findest du die Altmarkt-galerie? Hat sie zur Belebung der Innenstadt beigetragen?

C
Harmonica
Mitglied

Beiträge: 117


 

Gesendet: 16:58 - 17.08.2004

Ich habe jetzt ein Bild vom bildindex gefunden:

[Link zum eingefügten Bild]


Die Häuser wurden nach der Wende im Prinzip alle saniert und sehen ganz gut aus. Dabei wurden nicht alle Häuser farbig gleich gehalten, sondern es gibt - wie auch bei der Balkongestaltung - Variationen.
Roy Batty
Mitglied

Beiträge: 133


 

Gesendet: 17:02 - 17.08.2004

Die Bilder such ich dir mal raus. Gibt ja nur wenige; weil es minderwertige Architektur ist.


Zur Altmarkt-Galerie:

Nun, irgendwas mußte ja getan werden, um diesem riesigen Hof, der das gesamte Südwestviertel der Altstadt umfaßte, Leben einzuhauchen. Konnte ja nicht ewig Parkplatz und Bandläden bleiben. Aber das Ergebnis enttäuscht doch sehr; es ist gut, daß der riesenlange Westriegel ausreichend hoch ist, daß man die Konsumpaläste nicht sieht. Da hätte mehr draus werden können; zumal dadurch "Druck" vom Neumarkt und Kulturpalastareal weggenommen wird...zuviel Druck, wie ich finde(zuwenig Entlastung bringt "Samenstau" wie in der Prager, dann kann wirklich nur schnellgeschissene, billige Stahlscheiße rauskommen).

Christian
Mitglied

Beiträge: 114


 

Gesendet: 17:45 - 17.08.2004

Zu den Zeilenbauten: architektonisch schlicht, untereinander austauschbar, die Vorstufe zu den Plattenbauten. Und was diese Bauten unerträglich macht (gerade in Dresden) ist die Zerstörung des Stadtraums, ihr grundlegender antistädtischer Charakter. Indem die Zeilen immer quer zu den Hauptstsraßen verlaufen und bis an diese heranreichen wird selbst in den Innenstädten jedwede Konstitution von Stadt (Entstehung von Raumkanten, Gefüge der Stadt aus dem Wechsel von Straßen und Plätzen) und jedes Gefühl von Urbanität bewusst im Keime erstickt.

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