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 Forum Index —› Allgemeines —› Virusbefall bei Internet fähigem DigitalSat-Receiver möglich ?
 


Autor Mitteilung
hennes von köln
Boardkaiser

Beiträge: 3308


Gesendet: 17:38 - 01.04.2016

Moim moin,

mich würde mal interessieren ob man über einen Internet fähigen Sat Reseiver (verbunden über Lan oder Wlan)sich einen Virus einfangen kann und dieser sich dann auf das Heimnetzwerk ausbreiten kann.

Ebenso stell ich mir die Frage, bei den sogenannten Smart TV's,die ja ebenfalls im Internet frei surfen können.

Da dies alles keine Windows Geräte sind,deeeeenke ich mal das es zu jetzigen Zeitpunkt nicht so ist.
Bin mit da aber nicht sicher.

Hat jemand eine Meinung dazu?

Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 19:42 - 01.04.2016

Theoretisch wäre ein solches Szenario schon möglich, in freier Wildbahn aber eher extrem selten anzutreffen.

Der Sat-Empfänger müsste eine Verbreitung ähnlich dem Iphone aufweisen, damit sich der Aufwand einen darauf funktionierenden Schadcode zu schreiben auch für potentielle Angreifer lohnt. Und dann funktioniert dieser Schädling auch nur auf dem Sat-Empfänger, nicht aber auf Computern mit anderen Betriebssystemen.

Daher: Denkbar ja, bekannt nein.
hennes von köln
Boardkaiser

Beiträge: 3308


 

Gesendet: 10:59 - 02.04.2016

Hallo Xandros,

so habe ich mit das eigentlich auch gedacht.
Allerdings:
Zitat:
Und dann funktioniert dieser Schädling auch nur auf dem Sat-Empfänger, nicht aber auf Computern mit anderen Betriebssystemen.


Wenn man ein Sony Gerät verwendet,diese nutzen auch als Betriebssystem Android,dann könnte ich mir den Virus auf mein Smartphone laden,wenn ich es dann mit dem TV verbinde oder nicht?

Ich glaube aber auch nicht das z.B extra Virenprogramme für das Samsung eigene Betriebssystem Tizen geschrieben werden.

Fazit:
Vorläufig kann man noooch mit einem SmartTV sowie Sat Reseiver frei im Netz surfen.
Richtig?
Nubira
Moderator

Beiträge: 15134


 

Gesendet: 12:54 - 02.04.2016

Zitat:
Wenn man ein Sony Gerät verwendet,diese nutzen auch als Betriebssystem Android,dann könnte ich mir den Virus auf mein Smartphone laden,wenn ich es dann mit dem TV verbinde oder nicht?
Wer sollte sich denn die Mühe machen ganz speziell für diesen Fall einen Virus zu programmieren
hennes von köln
Boardkaiser

Beiträge: 3308


 

Gesendet: 16:11 - 02.04.2016

Zitat:
Wer sollte sich denn die Mühe machen ganz speziell für diesen Fall einen Virus zu programmieren


Es gibt doch Viren die für Android programmiert wurden und da ist es dem Virus doch egal ob das Gerät ein TV,ein Smartphone oder was auch ist.
Wenn eine verseuchte Seite aufgerufen wird dann kann doch z.B Drive by download..... oder nicht?


stolzwieoscar
Boardkaiser

Beiträge: 3055


 

Gesendet: 22:35 - 02.04.2016

Hm…ganz so abwegig ist die Sache ja nicht. Hier könnte schon das regelmäßige aktualisieren der Firmware des Smart-TVs hilfreich sein. Aber wer macht das schon, seine sensible Daten wie Kreditkartendetails oder persönlichen Dokumente am Smart TV zu speichern oder an deren zu arbeiten? So viel ich weiß, soll Kaspersky doch schon 2015 an einer Software gearbeitet haben, aber anscheinend ist es noch nicht zwingend genug, denn das ist ja das verwunderliche, ergeben sich hier doch Einnahmenquellen der Hersteller.
Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 21:50 - 04.04.2016

Zitat:
für das Samsung eigene Betriebssystem Tizen

Das Betriebssystem gehört Intel und der Linux Foundation. Samsung hat ab 2012 erst daran mitgewirkt und sein Betriebssystem "bada" in Tizen integriert.

Tizen wird hauptsächlich auf Samsung Smartphones oder Smart-TVs eingesetzt, ist aber grundsätzlich plattformunabhängig und kann theoretisch auf so ziemlich jedem Gerät verwendet werden. (Bedeutet allerdings, dass man eventuell das Betriebssystem passend für sein Gerät selbst kompilieren darf - und damit ist es ziemlich spezifisch und für potentielle Angreifer mit einem enorm hohen Aufwand für einen niedrigen "Erfolg" verbunden.

Zitat:
Es gibt doch Viren die für Android programmiert wurden und da ist es dem Virus doch egal ob das Gerät ein TV,ein Smartphone oder was auch ist.

Theoretisch richtig. Und wenn du von Windows reden würdest, wäre es sogar praktisch richtig.
Ich versuche das mal ein wenig verständlich zu formulieren, auch wenn es technisch betrachtet nicht ganz korrekt ist.

Windows:
Es gibt eine Version für Smartphones mit Diensten und Services, die auf allen Smartphones verwendbar sind.
Es gibt eine Version für Tablets mit Diensten und Services, die auf allen Tablets verwendbar sind. (Zum Teil sind da die Dienste von Smartphones sogar enthalten.)
Es gibt eine Version für Notebooks und PCs mit allen darauf verwendbaren Diensten und Services.
Je umfangreicher das Gerät, desto umfangreicher auch die Version. Die Dienste und Services sind - sofern vorhanden - bei allen Versionen gleich. Das macht Windows so interessant für Angreifer -> auf allen Systemen funktioniert die gleiche Vorgehensweise.

Linux, Android und auch Tizen sind jedoch für bestimmte Geräte eines Herstellers und einer Geräteserie (teilweise sogar für ein exaktes Gerät) so angepasst, dass die jeweilige Version nicht auf anderen Geräten der gleichen Klasse funktioniert.
Beispiel: Ich kann z.B. kein Android von Lenovo für die Tablets der Yoga-3-Serie auf meinem Yoga-2 einsetzen. Es passt vorne und hinten nicht zusammen.

Bei Android ist der Kern wohl immer der Gleiche, aber der Rest ist meist auf eine bestimmte Geräteserie eines Herstellers angepasst.
Das wäre auch bei Linux, wenn sich die User wie es ursprünglich vorgesehen war die Zeit nehmen würden, ihr Linux komplett auf dem jeweiligen Gerät zu kompilieren. Hier geht man für die Massen allerdings inzwischen den Weg und liefert vorkompilierte Pakete aus, die dann natürlich auf zigtausend Installationen eingesetzt werden und so dazu führen, dass wir Windows-Zustände unter Linux erhalten. (Zumindest was die Anfälligkeit gegenüber Schädlingen betrifft!)
Bei beiden Systemen ist jedoch prinzipiell der Benutzer nur mit eingeschränkten Rechten ausgestattet und niemals Administrator. Hier gibt es eine strikte Trennung, die bei Windows ein bisschen schwammiger und weniger rigoros ausfällt. Der Benutzer darf mehr als er dürfen sollte. (Und das möchten manche User einfach aushebeln.)

Auch unter iOS sorgt man mit Jailbreak beispielsweise schon für ein Eigentor. Einerseits befreit man sich von den Einschränkungen des Originals seitens Apple, andererseits eröffnet man digitalen Schädlingen durch den Administratorstatus und den Zugriffsberechtigungen sämtliche Spielmöglichkeiten.

Kurz gesagt: Android ist nicht Android, Linux ist nicht Linux. Aber Windows ist Windows.
Und da liegt auch das Gefahrenpotential begraben.

hennes von köln
Boardkaiser

Beiträge: 3308


 

Gesendet: 18:26 - 05.04.2016

Ich danke dir Xandros für diese ausführliche Erklärung.

Aus dem Inhalt deines Berichtes entnehme ich nun, das man zum derzeitigen Zeitpunkt und auch den verschiedenen Systemen nach, keine größeren Bedenken haben braucht.

Gotti
Board-Champion

Beiträge: 4498


 

Gesendet: 09:58 - 08.04.2016

Rein theoretisch wäre ein Virenbefall wohl möglich, wenn mehrere Voraussetzungen gegeben sind:
- Der Receiver muss in der Lage sein Programme auszuführen
- Das OS des Receivers muss für Viren offen sein
- Der Virus muss für Hardware und Software des Receivers geschrieben worden sein (Beispiel, ein Virus, der einen Windows-Rechner ins Verderben stürzt wird sich auf einem baugleichen Gerät mit Linux die Zähnchen ausbeißen)
- Der Virus muss in der Lage sein sich resistent festzusetzen, d.h. er muss sich mittels "Firmwareupdate" in die Firmware des Receivers reinschreiben können, oder diese löschen.
hennes von köln
Boardkaiser

Beiträge: 3308


 

Gesendet: 17:25 - 09.04.2016

Danke euch allen für eure Informativen Beiträge.
Ich würde da doch mal einfach sagen,da steht dem Internetzugang meines neuen Sat Reseiver nichts im Wege.
Xandros
Premium-User

Beiträge: 521


 

Gesendet: 12:32 - 11.04.2016

Zitat:
ein Virus, der einen Windows-Rechner ins Verderben stürzt wird sich auf einem baugleichen Gerät mit Linux die Zähnchen ausbeißen

Und das ist auch der Grund, warum aktuell noch die Masse der digitalen Schädlinge ein Problem haben wird, verschiedene Betriebssysteme auf unterschiedlichen Geräten zu befallen.

Ausgeschlossen ist das nicht, nur habe ich in der Praxis davon bisher noch nichts gehört. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass verschiedene Institutionen daran forschen, ob und wie sowas durchführbar wäre. Laborbedingungen sind allerdings vom Umfang her sehr begrenzt und in der freien Wildbahn wenig effektiv.

Von daher braucht man sich noch keine Gedanken machen. Wenn der Sat-Receiver infiziert werden sollte, sind die übrigen Netzwerkgeräte davon nicht betroffen....

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