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Autor Mitteilung
B. Szillis-Kappelhoff
Moderator

Beiträge: 756


Gesendet: 18:59 - 08.05.2007

Ostpreußen (Masuren)


* prußisch "lezuns" = auf- und untersteigen

1335 - 1341 Letzenburg
1340 in Lezcen
1361 castrum Letczenborg
1384 Wil man ouch vor Leczen
1396 czu Leczen
1418 Lötzen, Neudorf

Quelle:
- Biolik, Maria: Hydronymia Europaea, Die Namen der fließenden Gewässer im Flußgebiet des Pregel, Stuttgart 1996, S. 85

Landeskunde:
Entlang der masurischen Seen gab es in der Umgebung von Lötzen etliche prußische Wehr- und Burganlagen, davon eine auf der Großen Werderinsel zu Lötzen, eine Wallburg direkt in Lötzen, die später mit dem Kreisgericht bebaut wurde und schließlich die Leczenburg auf der Landenge zwischen dem Löwentinsee und dem Kissainsee.

1340 wurde hier eine Ordensburg erbaut, die Siedlung darum hieß anfangs Neuendorf, später setzte sich der Name Leczen durch. 1844 wurde mit dem Bau einer Festung begonnen, zu der der General von Boyen den Grundstein legte.

Weitere Informationen:
* http://www.ostpreussen.net/index.php?seite_id=12&kreis=08&stadt=01
* http://www.ostdeutsches-forum.net/preussen/ostpreussen/Stadt/Loetzen.htm

Den heutigen Namen Gisycko verdankt die Stadt dem ostpreußischen Pfarrer Gustav Gisevius.

Zitate:
"Anders als in der polnischen Forschung dargestellt, handelte es sich beim Kampf um den polnischsprachigen Unterricht allerdings nicht um einen ´Kampf für das Polentum´, sondern um ein Aufbegehren aus bildungspolitischer Vernunft und Verantwortung. Vielmehr als die polonophilen Motive bestimmte der moralische Aspekt in der Sprachenfrage das Vorgehen von Pfarrern, Lehrern und Eltern. Nur eine ordentliche Erziehung in der Muttersprache konnte eine solide Grundlage für die Vermittlung religiöser Werte schaffen."....

"Geistige Mentoren des Sprachenstreits waren die masurischen Pfarrer Christoph Coelestin Mrongovius und Gustav Gisevius. Nachträglich erhob die polnische Masurenpropaganda und -forschung beide zu ´Aktivisten im Kampf für das Polentum Masurens´. Ihnen zu Ehren wurden 1945 Sensburg in Mragowo und Lötzen in Gizycko umbenannt. Beide Pastoren waren typische Vertreter ihres Standes, denn sie wiesen deutliche polonophile Neigungen auf, die sich allerdings auf die polnische Sprache und Kultur beschränkten, während sie als preußische Staatsbürger an ihrer Loyalität zum preußischen König keinen Zweifel ließen. Beide gehörten einer masurischen Pastorengruppe an, die sich der Notwendigkeit deutschen Sprachunterrichts nicht dogmatisch verschloss, sondern einzig und allein einen behutsamen Umgang mit der polnischen Schulsprache forderte."

Quelle: Kossert, Andreas: Masuren, Ostpreußens vergessener Süden, Siedler, Berlin 2001, S. 152

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