Namenskunde im Ostdeutschen Diskussionsforum

    

 · Home · Impressum & Datenschutz · Suche

Seiten mit Postings:

zum Seitenende

 Forum Index —› Orts- und Gewässernamen —› Heilsberg (Ort)
 


Autor Mitteilung
B. Szillis-Kappelhoff
Moderator

Beiträge: 756


Gesendet: 18:50 - 22.03.2007

Ostpreußen

"Vorgeschichtliche Siedlungsspuren sind nur aus der engeren Umgebung von Heilsberg bekannt, das recht in der Mitte des Gaues gelegen ist. Auf engem Raum liegen hier nicht weniger als vier Burgwälle beieinander."
Quelle: Schlüter, Otto: Wald, Sumpf und Siedlungsland in Altpreußen vor der Ordenszeit, Halle 1921

Die Burg, die direkt dort gestanden hat, wo die Sinser/ Simser in die Alle (Alna, Lyne) mündet, soll Leckbard geheißen haben.

Zur Deutung:
* "Leck-" könnte auf den Bewuchs weisen, vgl. dazu litauisch "lekes" = Haferspreu; "lekecius" = Pimpernuss

* "-bard" dürfte auf prußisch "bar, bart" = fließen, strömen basieren, weil es sich hier um zwei Flüsse handelt.
* Bardoaitis, Bardoyats, Perdoyts" = Gott der Schiffer und Seeleute. Weil er Schiffe umblasen kann, opfert man ihm Fische.


Landeskunde:
Leckbard wurde 1241 von den Ordensrittern erobert und bischöfliche Burg, als das Bistum Ermland entstand. Im 2. Prußenaufstand von 1260/74 eroberten die Prußen sie kurzfristig zurück.

Heilsberg erhielt 1308 die Stadtrechte von Eberhard, dem dritten Bischof des Ermlandes. 1350 zog der Bischof von Wormditt nach Heilsberg um. 1350 und 1401 wurde die Burg durch einen Steinbau ersetzt, wie er heute noch erhalten ist. Seit 1795 stand sie leer und drohte zu zerfallen. Der ermländische Biscof wiedersetzte sich dem Abriss, und so machte man eine Waisen- und Krankenanstalt daraus.

Im Hof, der stark an die Marienburg erinnert, wurde ein Standbild der Heiligen Katharina errichtet. Nikolaus Kopernikus verbrachte hier einige Jahre als Leibarzt seines Onkels Bischof von Watzenrode.

Ein gotisches Rathaus auf dem Markt brannte 1865 ab. Der Markt hat noch steinerne Laubengänge und die Pfarrkirche "Peter und Paul". 1823 erhielt der Ort eine protestantische Kirche, die erste im katholischen Ermland. Der Windmühlenhügel bei Reimerswalde diente Napoleon als Befehlsstand in der Schlacht bei Heilsberg.


Weitere Informationen:
* http://www.ostpreussen.net/index.php?seite_id=12&kreis=19&stadt=01
* http://www.ostpreussenforum.de/preussen/ostpreussen/Stadt/heilsberg.htm

Seiten mit Postings:

- Heilsberg (Ort) -

zum Seitenanfang



 Forum Index —› Orts- und Gewässernamen —› Heilsberg (Ort)
 



Version 3.1 | Load: 0.002068 | S: 1_14